Kredit mit Bürgen 2026: Chancen und Risiken

Tom Trögler
22. März 2026
10 min
Kredit mit Bürgen 2026: Chancen und Risiken
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Kredit mit Bürgen 2026: Chancen und Risiken: Das Wichtigste in Kürze

  • Bürgschaft = Haftungsübernahme: Der Bürge haftet vollumfänglich mit seinem eigenen Vermögen, wenn der Hauptkreditnehmer nicht zahlt
  • Wann es hilft: Bei schwacher eigener Bonität oder niedrigem Einkommen kann ein solventer Bürge eine Kreditzusage ermöglichen
  • Oft gibt es bessere Alternativen: Zweiter Kreditnehmer, längere Laufzeit, kleinerer Betrag oder spezialisierte Anbieter – prüfe alles zuerst
  • Für den Bürgen kein Spaß: Eine Bürgschaft belastet die eigene Schufa und kann zur vollständigen Pfändung führen
  • Unverbindlich prüfen: Kreditchancen ohne Bürgen vergleichen

”Könntest du für meinen Kredit bürgen?” – Warum diese Bitte Freundschaften belastet

Hunderttausende Deutsche stellen sich jedes Jahr diese Frage: ihren Eltern, Geschwistern, besten Freunden. Und viele sagen Ja – oft ohne zu wissen, worauf sie sich einlassen.

Eine Bürgschaft ist kein freundschaftlicher Gefallen. Sie ist ein rechtsverbindlicher Vertrag mit weitreichenden finanziellen Konsequenzen. Wer das versteht – sowohl als Kreditnehmer als auch als potenzieller Bürge – trifft bessere Entscheidungen.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Wie eine Bürgschaft beim Kredit genau funktioniert
  • Die genauen gesetzlichen Grundlagen (§ 765 ff. BGB)
  • Wann sie wirklich sinnvoll ist – und wann nicht
  • Was der Bürge konkret riskiert
  • Welche Alternativen es gibt, bevor du jemanden um eine Bürgschaft bittest

Wie funktioniert eine Bürgschaft beim Kredit?

Die rechtliche Grundlage: § 765 BGB

Eine Bürgschaft ist ein Vertrag nach § 765 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch), bei dem sich eine dritte Person – der Bürge – gegenüber dem Gläubiger (der Bank) verpflichtet, für die Verbindlichkeiten des Hauptschuldners einzustehen.

Im Klartext: Wenn der Kreditnehmer nicht mehr zahlt, zahlt der Bürge.

Nicht “hilft ein bisschen” – zahlt vollständig und vollumfänglich. Den gesamten offenen Betrag, alle Zinsen, alle Verzugskosten.

Selbstschuldnerische Bürgschaft vs. normale Bürgschaft

Normale Bürgschaft: Die Bank muss zuerst alle Mittel gegen den Hauptschuldner ausschöpfen, bevor sie den Bürgen in Anspruch nimmt. Dieses Schutzrecht nennt sich “Einrede der Vorausklage” nach § 771 BGB.

Selbstschuldnerische Bürgschaft: Der Bürge verzichtet auf dieses Schutzrecht. Die Bank kann sofort und gleichrangig auf den Bürgen zugreifen – ohne zuerst den Kreditnehmer zu pfänden.

⚠️ Wichtig: Banken verlangen in der Praxis fast immer die selbstschuldnerische Bürgschaft. Das ist die risikoreichste Form für den Bürgen. Wer also bürgt, sollte davon ausgehen, dass er direkt und unmittelbar haftet.

Wann hilft eine Bürgschaft wirklich?

Eine Bürgschaft kann eine Kreditzusage ermöglichen oder verbessern, wenn:

1. Der Kreditnehmer hat ein zu niedriges Einkommen Manche Banken haben Mindesteinkommensgrenzen. Wenn du diese nicht erfüllst, hilft ein Bürge mit solidem Einkommen.

2. Der Kreditnehmer hat eine schwache Schufa Negative Schufa-Einträge (keine katastrophalen, aber belastete) können durch einen Bürgen mit sehr gutem Score kompensiert werden.

3. Der Kreditnehmer hat ein unsicheres Beschäftigungsverhältnis Befristeter Vertrag, Selbstständigkeit, Probezeit – ein fest angestellter Bürge mit langer Betriebszugehörigkeit kann die Unsicherheit für die Bank reduzieren.

4. Höherer Kreditbetrag gewünscht Wenn der Kreditwunsch das übersteigt, was die Bank bei alleinigem Antrag gewähren würde, kann ein Bürge die Lücke schließen.

❌ Wann eine Bürgschaft NICHT hilft

  • Bei einem komplett negativen Schufa-Profil (laufende Pfändung, Privatinsolvenz) – hier hilft auch der beste Bürge meist nicht weiter
  • Wenn der Bürge selbst schlechte Bonität hat – eine Bürgschaft ist nur so stark wie die finanzielle Stärke des Bürgen
  • Wenn die Bank grundsätzlich keine Bürgschaften akzeptiert – das kommt vor, besonders bei kleineren Kreditbeträgen

Wenn die Restschuldbefreiung bereits abgeschlossen ist, ist eher Kredit nach Privatinsolvenz die passendere Option.

Was der Bürge wirklich riskiert

Das ist der Teil, über den viel zu wenig gesprochen wird. Bevor du jemanden um eine Bürgschaft bittest, solltest du ihm diese Punkte erklären:

1. Vollständige finanzielle Haftung

Der Bürge haftet für den gesamten offenen Betrag – ohne Deckelung. Wenn du einen Kredit von 20.000 Euro aufnimmst und nach zwei Jahren insolvent wirst, kann der Bürge für die verbleibenden 16.000 Euro plus Zinsen plus Kosten in Anspruch genommen werden.

2. Schufa-Belastung

Eine Bürgschaft wird in der Schufa des Bürgen vermerkt. Das senkt seinen Score und kann seine eigenen Kreditchancen – zum Beispiel für eine eigene Baufinanzierung – verschlechtern.

3. Pfändungsrisiko

Kommt es zum Ernstfall, kann die Bank das gesamte pfändbare Einkommen und Vermögen des Bürgen pfänden. Konto, Gehalt, Immobilienvermögen – alles oberhalb der gesetzlichen Pfändungsfreigrenzen.

Pfändungsfreigrenzen 2025: Seit Juli 2025 gilt ein Pfändungsfreibetrag für Arbeitseinkommen von ca. 1.491,75 Euro monatlich (netto, für Alleinstehende ohne Unterhaltspflichten). Einkommen darüber ist pfändbar.

4. Beziehungsbelastung

Statistisch sind Bürgschaften einer der häufigsten Auslöser für schwere Konflikte in Familien und Freundeskreisen. Selbst wenn alles gut geht, schwingt das Risiko jahrelang im Hintergrund mit.

💡 Rat für potenzielle Bürgen: Bürge nur für Personen, bei denen du dir zu 100% sicher bist, dass sie den Kredit zurückzahlen können – und nur für Beträge, die du im schlimmsten Fall selbst aufbringen könntest, ohne in finanzielle Not zu geraten.

Rechenbeispiel: Was im Ernstfall passiert

Ausgangssituation: Du nimmst 15.000€ auf, dein Freund bürgt selbstschuldnerisch. Nach 24 Monaten hast du 6.000€ zurückgezahlt, Restschuld: ~9.800€. Du wirst zahlungsunfähig.

Was passiert:

  1. Bank meldet Zahlungsausfall
  2. Bank sendet Mahnschreiben an dich – und gleichzeitig an den Bürgen (selbstschuldnerisch!)
  3. Bürge wird direkt in Anspruch genommen: 9.800€ Restschuld + aufgelaufene Verzugszinsen + Mahnkosten
  4. Bürge muss zahlen – sonst Pfändung seines Gehalts bis zur Freigrenze
  5. Bürge kann danach Rückgriff auf dich nehmen (§ 774 BGB) – aber wenn du insolvent bist, bekommt er nichts zurück

Ergebnis: Dein Freund haftet für ca. 10.000–11.000€, die er aus eigener Tasche bezahlen muss.

Bürgschaft vs. Mitantragsteller: Detaillierter Vergleich

KriteriumBürgschaftMitantragsteller
Wer schließt den Vertrag?Nur der KreditnehmerBeide gemeinsam
HaftungBürge haftet nach AusfallBeide haften gleichwertig
Schufa-BelastungBeim Bürgen (Bürgschaft vermerkt)Bei beiden (Kredit vermerkt)
EinkommensprüfungBeide werden geprüftBeide Einkommen werden angerechnet
Schutz des Bürgen/PartnersEinrede der Vorausklage (oft aufgehoben)Gleiche Rechte wie Hauptschuldner
EmpfehlungNur wenn nötigBesser, wenn möglich

Fazit: Wenn möglich, ist ein Mitantragsteller besser als ein Bürge – weil das Risiko symmetrischer verteilt ist und beide Einkommen die Bonität stärken.

Bürgschaftsbanken: Die staatliche Alternative

Für Selbstständige und Gründer gibt es eine oft unbekannte Alternative: die öffentlichen Bürgschaftsbanken der Bundesländer. Diese staatlich geförderten Institute übernehmen Bürgschaften für Unternehmer, wenn private Sicherheiten fehlen.

BundeslandBürgschaftsbank
BayernBürgschaftsbank Bayern
NRWBürgschaftsbank NRW
Baden-WürttembergBürgschaftsbank BW
BerlinInvestitionsbank Berlin (IBB)
Alle LänderVerband Deutscher Bürgschaftsbanken (VDB)

Vorteile der Bürgschaftsbanken:

  • Günstiger als private Bürgschaft (staatliche Förderung)
  • Professionell strukturierte Bürgschaft ohne Beziehungsrisiko
  • Oft kombinierbar mit KfW-Förderung

Mehr Infos und Übersicht aller Bürgschaftsbanken: Verband Deutscher Bürgschaftsbanken (vdb-info.de)

💡 Tipp für Selbstständige: Bevor du Privatpersonen um eine Bürgschaft bittest, erkundige dich bei deiner Hausbank über Bürgschaftsbanken. Diese Option ist oft professioneller und schützt private Beziehungen.

Checkliste: 10 Fragen vor dem Unterschreiben

Wenn du als Bürge gebeten wirst – stell diese Fragen, bevor du unterschreibst:

  1. ✅ Wie hoch ist der genaue Kreditbetrag, für den ich bürge?
  2. ✅ Wie lange läuft der Kredit? Wie lange bin ich gebunden?
  3. ✅ Ist es eine selbstschuldnerische Bürgschaft? (Achtung: fast immer ja)
  4. ✅ Gibt es eine Maximalhaftungsgrenze im Vertrag?
  5. ✅ Wie ist die finanzielle Situation des Kreditnehmers genau?
  6. ✅ Was passiert mit der Bürgschaft, wenn der Kredit umgeschuldet wird?
  7. ✅ Gibt es eine separate Vereinbarung zwischen mir und dem Kreditnehmer?
  8. ✅ Kann ich die Bürgschaft nach vollständiger Zahlung aus meiner Schufa löschen lassen?
  9. ✅ Habe ich eine Kopie aller Vertragsunterlagen?
  10. ✅ Habe ich mich von jemandem unabhängig beraten lassen (z.B. Verbraucherzentrale)?

Alternativen zur Bürgschaft

Bevor du jemanden um eine Bürgschaft bittest, solltest du diese Alternativen geprüft haben:

1. Zweiter Kreditnehmer (Mitantragsteller)

Besser als eine Bürgschaft: Ein Mitantragsteller geht den Kreditvertrag mit dir gemeinsam ein. Beide haften gemeinsam, aber das Risiko ist symmetrischer verteilt. Vorteil: Beide Einkommen werden angerechnet, was die Bonität der Kombination stärkt.

2. Spezialisierte Anbieter nutzen

Manche Kreditvermittler und P2P-Plattformen sind auf Anträge mit nicht-perfekter Bonität spezialisiert. Sie bewerten Anträge ganzheitlicher als Standardbanken. Oft ist eine Bürgschaft dort gar nicht nötig.

3. Kreditbetrag oder Laufzeit anpassen

Manchmal ist das Problem schlicht, dass der gewünschte Betrag zu hoch für dein Einkommensniveau ist. Ein niedrigerer Betrag oder eine längere Laufzeit (= niedrigere Monatsrate) kann die Bank-Anforderungen erfüllen, ohne dass ein Bürge nötig wird.

4. Bonität aktiv verbessern

Wenn die Ablehnung am Schufa-Score liegt: Schufa-Score verbessern 2026 – manchmal lohnt es sich, ein paar Monate zu warten und den Score zu reparieren.

5. Ursache der Ablehnung verstehen

Wenn du abgelehnt wurdest: Kredit abgelehnt – was jetzt? – nicht jede Ablehnung hat denselben Grund. Erst die Ursache verstehen, dann gezielt handeln.

Häufige Fehler bei der Bürgschaft

❌ Fehler 1: Bürge kennt die genaue Schuldenhöhe nicht

Bürge immer über den exakten Kreditbetrag und die Konditionen informieren – keine bösen Überraschungen.

❌ Fehler 2: Bürge unterschreibt auf Druck

Eine Bürgschaft muss freiwillig und in vollem Bewusstsein der Risiken erfolgen. Druck oder Überredung sind rechtlich problematisch und ethisch inakzeptabel.

❌ Fehler 3: Keine schriftliche Vereinbarung zwischen Kreditnehmer und Bürgen

Neben dem Bankvertrag empfiehlt sich eine separate schriftliche Vereinbarung zwischen dir und dem Bürgen: Wann und wie du ihn im Ernstfall entschädigst. Das schützt die Beziehung.

❌ Fehler 4: Bürgschaft vergessen aufzulösen

Nach vollständiger Kreditrückzahlung sollte die Bürgschaft explizit aufgehoben und aus der Schufa des Bürgen gelöscht werden. Das passiert nicht automatisch.

Häufige Fragen (FAQ)

Kann jeder als Bürge fungieren?

Nein. Die Bank prüft die Bonität des Bürgen eigenständig. Ein Bürge mit schlechter Schufa, niedrigem Einkommen oder laufenden Schulden wird von den meisten Banken nicht akzeptiert.

Bleibt die Bürgschaft bei einem Umschuldungskredit bestehen?

Das ist vertragsabhängig. Wird der ursprüngliche Kredit durch einen neuen abgelöst, erlischt die alte Bürgschaft – für den neuen Vertrag muss ggf. neu gebürgt werden.

Was passiert mit der Bürgschaft, wenn ich sterbe?

Grundsätzlich geht die Bürgschaft auf deine Erben über – außer, der Bürgschaftsvertrag sieht etwas anderes vor. Das sollte beim Vertrag klar geregelt sein.

Kann ein Bürge von der Bürgschaft zurücktreten?

Nur wenn dies vertraglich vereinbart ist oder ein wichtiger Grund vorliegt. Einfaches Bereuen reicht nicht aus.

Ist eine Bürgschaft durch Eltern für das Kind steuerlich relevant?

In der Regel nicht direkt, da die Bürgschaft selbst kein steuerpflichtiges Ereignis ist. Wenn es jedoch zur Inanspruchnahme kommt und Eltern zahlen, könnte das als Schenkung gewertet werden. Im Zweifel: Steuerberater fragen.

Gibt es Alternativen zur Bürgschaft durch Privatpersonen?

Ja: Bürgschaftsbanken (staatlich gefördert, vor allem für Selbstständige und Gründer) oder eine Kombination aus Sicherheiten (z. B. Depot, Lebensversicherung als Sicherheit).

Wo bekomme ich Beratung bei einer geplanten Bürgschaft?

Die Verbraucherzentrale bietet kostenlose Schuldner- und Kreditberatung an. Bei rechtlichen Fragen empfiehlt sich ein Anwalt für Schuldrecht.

Wird eine Bürgschaft in der Schufa des Bürgen sichtbar?

Ja. Bürgschaften werden als Eventualverbindlichkeit in der Schufa des Bürgen vermerkt. Das kann seinen Score belasten und seine eigenen Kreditchancen mindern.


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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Finanz- oder Rechtsberatung dar. Alle Angaben ohne Gewähr.

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Redaktionelle Quellen

Genutzte Fachquellen und weiterführende Informationen

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Tom Trögler

Gründer & Finanzexperte

Gründer von KreditWolf und Experte für Finanzen. Tom analysiert seit Jahren den Kreditmarkt, um Verbrauchern transparente und faire Vergleiche zu ermöglichen.