Warum prüfen Banken meine Kreditwürdigkeit?
Du hast eine Ablehnung erhalten oder fragst dich, warum die Bank so viele Daten von dir verlangt? Die Antwort ist simpel: Banken in Deutschland sind gesetzlich dazu verpflichtet, deine Bonität vor jeder Kreditvergabe intensiv zu prüfen.
Das dient nicht nur dazu, das eigene Ausfallrisiko der Bank zu minimieren, sondern auch deinem Schutz vor Überschuldung, wie die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) erklärt. Ein Kredit darf nur gewährt werden, wenn wahrscheinlich ist, dass du ihn problemlos zurückzahlen kannst.
Die gesetzliche Grundlage der Prüfung
Diese strenge Prüfungspflicht ist im Kreditwesengesetz (KWG) verankert. Gemäß § 18 KWG (Kreditwürdigkeitsprüfung) müssen Kreditinstitute sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers offenlegen lassen, bevor sie einen Kredit gewähren. Ohne Gehaltsnachweise oder eine Anfrage bei einer Auskunftei (wie der Schufa) darf eine in Deutschland ansässige reguläre Bank keinen Ratenkredit vergeben.
Automatisches Scoring & DSGVO: Deine Rechte
Oft entscheidet kein Mensch mehr über deinen Antrag, sondern ein Computeralgorithmus, basierend auf dem sogenannten Risiko-Scoring. Dass dieses System nicht fehlerfrei ist, steht fest.
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) mahnt bereits lange zu mehr Transparenz bei Auskunfteien. Noch deutlicher wurde das Thema durch ein bahnbrechendes Urteil:
Das EuGH-Urteil vom 07.12.2023 (C-634/21) stellte klar, dass das automatisierte Schufa-Scoring eine rechtlich bindende automatisierte Einzelfallentscheidung (nach Art. 22 DSGVO) darstellen kann, wenn die Bank sich maßgeblich auf diesen Score stützt. Das bedeutet: Du darfst nicht einfach von einem Computer "aussortiert" werden, ohne dass eine menschliche Überprüfung und Transparenz stattfindet.
Was du tun kannst
Wenn du nach dem Quiz feststellst, dass deine Chancen eher schlecht stehen, solltest du keine unüberlegten Schnellschüsse machen (Hilfe bei Kreditablehnung). Gehe wie folgt vor:
- Fordere eine DSGVO-Datenkopie (kostenlos) bei deiner Auskunftei an.
- Prüfe alle Einträge auf Richtigkeit. Sind Forderungen verjährt oder längst bezahlt?
- Reklamiere falsche Daten beim Gläubiger und bei der Schufa (Löschungsanspruch).